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FDM - Faltdistorsionen (Teil 3)

Liebe Leser/ -innen,


heute geht es in meinem Blog über eine weitere Distorsion aus dem FDM - der Faltdistorsion.

Wie ihr in den vorherigen Beiträgen erfahren habt, richtet sich die Diagnostik des FDM nach der Schmerzgestik und Schmerzbeschreibung des Patienten - dies ist hier nicht anders.

Faltdistorsionen kommen an allen Gelenkfaszien des Körpers vor.

Durch Stauchungen, Verdrehungen oder ähnlichen Verletzungsmechanismen kommt diese aus ihrer normalen Form.

In der Regel ist sie dann zu weit auseinander gezogen bzw. zu stark komprimiert, was zu starken Schmerzen innerhalb des Gelenkes führt.

Der Physiotherapeut muss hier besonders vorsichtig sein, aber auch gleichzeitig voller Überzeugung die richtige Technik anwenden.

Aber wie erkenne ich eine Faltdistorsion und wie äußert sie sich beim Patienten.

Hier möchte ich noch einmal einen kurzen Abstecher in die Befundung des FDM machen.

Ganz wichtig ist, dass der Patient in der physiotherapeutischen Behandlung den Schmerz provozieren kann!!! Schmerzgestiken aus der Erinnerung verfälschen oft das Ergebnis und führen zu falschen Aussagen des Physiotherapeuten.

Ein Beispiel:

Euer Patient kommt zu euch in die Praxis und erzählt von seinen Knieschmerzen beim Laufen (Marathontraining) ab dem Kilometer 16. Jetzt ist er aber nahezu Symptomfrei. Hier empfiehlt es sich den Patienten zu bitten, eine ähnliche Belastung vor der nächsten Behandlung zu absolvieren, um den Schmerz provozieren zu können.

Ebenfalls solltet ihr den Patienten nicht über eure Kriterien zur Befunderstellung informieren. Wenn der Patient weiß, worauf ihr achtet, zeigt er häufig das was ihr sehen wollt.

Die unbewusste Schmerzgestik, die der Patient dem Physiotherapeuten während seiner Schilderung zeigt, ist es was ihr haben wollt.

Fragen wie: Was ist eigentlich passiert? o.ä eigenen sich gut, um ihm einen ersten Impuls zu geben.

Zurück zur Faltdistorsion!

Patienten mit Faltdistorsionen beschreiben häufig einen tiefen, teilweise dumpfen Schmerz im Gelenk. Gleichzeitig umgreifen sie mit ihrer Hand das betroffene Gelenk.

Ein Fußballspieler knickt bei einem Spiel um. Diagnose: Bänderdehnung, Bänderriss o.ä.faltdistorsion) oder zu weit auseinander gezogen ist (Entfaltdistorsion) - die Schmerzgestik und Schmerzbeschreibung ist fast identisch.

Selbstverständlich werden sie verschieden vom Physiotherapeuten behandelt.

Kommen wir also zur wichtigsten Regel bei der Behandlung von Faltdistorsionen:


Die Behandlung tut nicht weh!!!!


Entfaltdistorsionen werden mit einem Traktionsimpuls behandelt!

Einfaltdistorsionen mit einem Kompressionsimpuls!


Ja, das ist richtig. Ihr arbeitet in die Richtung, in die die fasziale Struktur fest hängt und es ist absolut Schmerzfrei.

Hierzu ein Beispiel:

Ein Fussballspieler knickt bei einem Spiel um. Diagnose: Bänderdehnung, Bänderriss o.ä.

Der Patient beschreibt einen Schmerz tief im Gelenk und umgreift sein oberes Sprunggelenk mit seiner Hand. Die Schmerzen hat er beim Auftreten (Kompression), keine Schmerzen bei der Traktion (Zug)

FDM Diagnose = Entfaltdistorsion

Die Faszie kann sich nicht mehr richtig zusammenziehen - Schmerzen und Bewegungseinschränkung sind die Folge.

Der Physiotherapeut versucht nun durch einen gezielten Traktionsimpuls die Faszie aus seiner Fehlstellung zu lösen. Komplett schmerzfrei! Bei Behandlungserfolg kann es zu einem deutlichen "Plopp" kommen - die Faszie entfaltet sich. Häufig sind die Schmerzen danach deutlich reduziert - bis vollkommen verschwunden. Wichtig ist hier, ohne Schwung zu arbeiten! Die Faszie wird maximal auf Spannung gebracht, beim Patienten wird sich noch einmal nach der Schmerzfreiheit erkundigt. Dann kommt ein schneller Impuls in die Traktion.


Eine Einfaltdistorsion verhält sich komplett gegensinnig. Schmerzen bei Traktion, schmerzfrei bei Kompression. Hier wird ein Kompressionsimpuls durchgeführt., ebenfalls mit Vorspannung, nur eben in die Kompression. An der unteren Extremität eignen sich auch Sprünge, um die Gelenkfaszie durch Kompressionsimpulse aus seiner Fehlstellung zu befreien.


Nach jeder FDM- Technik empfiehlt es sich, den Patienten erneut den Schmerz einstellen zu lassen, um gegebenenfalls auf sich ändernde Schmerzgestiken zu reagieren.


Das war es für heute :)


Bis bald


Philipp von AAplus Physio


AAplus Physio

Reichsstraße 92A

14052 Berlin Westend

030/450 900 52

www.physiotherapie-charlottenburg-aaplus.de






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